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Niemals vergessen, niemals wieder!

12. Februar 2026

Niemals vergessen, niemals wieder!

Die politische Landschaft Österreichs war ab 1930 stark von den Auseinandersetzungen zwischen den Christlichsozialen und den Sozialdemokraten geprägt. Die hohe Arbeitslosigkeit und die Weltwirtschaftskrise verschärften die Konflikte, die sich Ende der 1920er Jahre zunehmend auch außerhalb der politischen Bühne zutrugen. Paramilitärische Verbände, die den jeweiligen politischen Lagern angehörten, wurden in dieser Zeit verstärkt.

In unserer Stadt war Franz Jodlbauer, ein christlichsozialer Politiker, von 1929 bis 1934 Bürgermeister. Er sah sich mit Spaltungen innerhalb seiner Partei konfrontiert, insbesondere durch den abgewählten Bürgermeister Hans Lachnit, der versuchte, die neue Stadtregierung zu diskreditieren. Lachnit eignete sich das Amtssiegel der Stadt Enns an und nutzte es für seine persönliche Korrespondenz, um den Anschein zu erwecken, er sei noch im Amt.

Diejenigen Einwohner von Enns, die Arbeit in der Molkerei oder der Zuckerfabrik fanden, gehörten zu den wenigen Glücklichen. Die Stadt hatte mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen, und insbesondere die sogenannten ‘Ausgesteuerten’ waren auf die Unterstützung der Stadt angewiesen.

Die Heimwehren, die spätestens seit dem Korneuburger Eid von 1930 ein autoritäres Programm verfolgten, standen an der Seite der Christlichsozialen. Dieses Programm richtete sich auch gegen die demokratischen Prinzipien. Dem gegenüber stand der sozialdemokratische Schutzbund, der sich dem Schutz der Errungenschaften der Arbeiterbewegung und der Demokratie verschrieben hatte

Am 4. März 1933 kam es zu einem entscheidenden Moment in der österreichischen Geschichte, als die drei Präsidenten des Nationalrats zurücktraten, um an der Abstimmung über den Umgang mit streikenden Eisenbahnern teilnehmen zu können. In der Folge war das Parlament handlungsunfähig. Bundeskanzler Engelbert Dollfuss nutzte diese Gelegenheit, um die ‘Selbstauflösung des Parlaments’ zu erklären und ein Wiederzusammentreten des Nationalrats durch die Polizei zu verhindern.

Die daraus resultierende politische Krise mündete in eine Diktatur und einen Bürgerkrieg, der im Februar 1934 mit einer vernichtenden Niederlage der Sozialdemokratie endete. Tausende Österreicherinnen und Österreicher wurden inhaftiert, und der spätere Bundeskanzler Bruno Kreisky wurde in einem aufsehenerregenden Prozess angeklagt.

1934 erlebte die Stadt Enns eine tiefgreifende Veränderung ihrer politischen Struktur. Der bisherige Gemeindeausschuss wurde aufgelöst und in ‘Gemeindetag’ umbenannt, was weitreichende Auswirkungen auf die lokale Verwaltung hatte. Artur Eisenbeiß, ein Heimwehrführer, übernahm das Amt des Bürgermeisters und Leopold Hofstätter wurde zum Vizebürgermeister ernannt. Die Neustrukturierung des Gemeindetags, der nun nach Berufständen zusammengesetzt wurde und ohne Wahlen auskam, spiegelte die politische Neuordnung Österreichs wider. Diese Veränderungen schwächten das Land und machten es anfälliger für extremistische Ideologien, was später den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigte.“

92 Jahre nach diesen Ereignissen, ist es wichtig, sich daran zu erinnern. Die Erkenntnis, dass politische Instabilität und der Verlust demokratischer Strukturen gefährlich sind, sollte uns stets begleiten. Ein “nie wieder” und ein “niemals Vergessen” sind Mahnungen, die wir ernst nehmen sollten, um unsere Gesellschaft vor ähnlichen Entwicklungen zu schützen.

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